Veranstaltungsberichte
Rettungshunde suchen im Kilianstollen
Jahresabschlussübung der Fachgruppe biologischen Ortung des OV Brilon 2009
Brilon, 29. Dezember 2009.
Das hat es im Marsberger Besucher-Bergwerk noch nicht gegeben: Gemeinsam hatten sich die Rettungshunde des Fachbereichs Biologische Ortung vom THW OV Brilon, und des Schäferhundevereins Arnsberg für ihre Jahresabschlussübung ein besonderes Terrain ausgesucht. Mit freundlicher Unterstützung des Marsberger Heimatbundes, Herrn Dieter Köchling, und der fachlichen Leitung der Grubenführer Winfried Hoppe, Guido und Lars Plemper ging es nach der Begrüßung und einer kurzen Einweisung mit der Grubenbahn 1100 m in den Berg bis unter den Bilsteinturm.
Unter die Erde
Dabei wurden ca. 30 m Höhenunterschied überwunden. Schon allein das Verbringen der Ausrüstung und der 13 Hunde samt Führer war eine logistische Herausforderung. In den engen Loren der Grubenbahn rückten jeweils vier Hundeteams eng zusammen und ruckelten und polterten in den Berg.
Mit der Grubenbahn unter Tage...
Was kommt da alles auf uns zu, fragten sich die Rettungshundler. Die Vierbeiner ließen die Fahrt mit angelegten Ohren und einer nicht ganz stressfreien Mimik über sich ergehen. Untertage angekommen, krabbelten die Teams aus den engen Loren in ein Gewölbe, den Verladebahnhof.
Kupfer, Mangan, Eisen - eine Farbenpracht...
Was uns hier die Natur an Farbenpracht bot, überstieg unser Vorstellungsvermögen. Gespannt lauschten wir dem Vortrag des engagierten Grubenführers Winfried Hoppe über geologische Formationen und der Entstehungsgeschichte des Bergbaus.
Farbenprächtige Auswaschungen
Die durch tektonische Erdverschiebungen vor Millionen von Jahren aufgeworfenen Schieferschichten begünstigen das Auswaschen von unterschiedlichen Erzen und Mineralien. Schneller als in Tropfsteinhöhlen kalkhaltiger Gesteine wachsen die Stalaktiten von den Gewölben in den schillernsten Farben wie nur die Natur sie hervorbringen kann. Kupfer ist hier das vorherrschende Edelmetall mit seinen Färbungen Grün und Blau - Schwarz steht für Mangan - Rot und Braun weisen auf Eisen hin. Ein imponierendes Farbensemble urgeschichtlicher Ereignisse. Gewiss werden wir der Einladung folgen und uns intensiver mit dem Bergwerksmuseum beschäftigen. Die Neugier ist geweckt.
Training unter Tage
Der Kompressor- und Gleichrichterraum, heute zur Steiger- und Bergmannsstube umgebaut, diente uns als Einsatzstützpunkt. Hier gab es für die Zweibeiner Gelegenheit sich am mitgebrachten Proviant zu stärken und auf den Einsatz zu warten, während die Vierbeiner das Heilwasser des Stollens trinken durften.
Individuelle Aufgaben.
Je nach Ausbildungsstand bekamen die Rettungshunde-Teams ihre Aufgaben zugewiesen. Beachtlich - war doch das Einfahren in den Berg, die extreme Enge sowie Geräuschkulisse bereits eine außergewöhnliche Belastung - zeigten alle Teams auch 180 Meter tief unter Tage ihr Können.
Gute Leistung aller Vierbeiner
Ob in Flügelorten, Wetterschächten, der alten Sprengstoffkammer oder dem Weitungsbau, den Hunden entgingen keine Versteckpersonen. Auch die lebensgroßen Puppen, die in traditioneller Bergmannskluft in den verschiedensten Einsatzorten ihre Arbeit unter Tage demonstrierten, konnten die Hunde nicht irritieren.
Erfolgreiche Nasen
In unzugänglichen Verbauen, hinter der Wettertür oder auch in der Grubenbahn, die Hundenase lies sich nicht aufs Glatteis führen.
Alle Versteckpersonen gefunden!
Bedingt durch unterschiedliche Luftströmungen und Auftriebe folgten die Hunde oft auf interessanten Wegen den Geruchsfahnen zu den vermissten Personen. Mal wurde zunächst der First im Weiterungsbau abgetastet, mal ging es auf Umwegen durch Querschläge, doch letztendlich wurde das Ziel, die Versteckperson immer gefunden und korrekt angezeigt.
Gelungener Jahresabschluss
Die Übungsleiter Alexandra Dittmann-Balcar und Hans-Uwe Hartmann von der Fachgruppe Ortung des THW OV Brilon sowie Werner Schlinkert von der SV OG Arnsberg waren sehr zufrieden mit dem Ausbildungsstand der RH-Teams.
Zum guten Schluss Schnee
Nach der Ausfahrt mit der Grubenbahn erwartete uns das passende Wetter für eine Jahresabschlussübung: Es schneite in dicken Flocken! So wurde das anschließende Gruppenfoto vor dem Stolleneingang weißgetüpfelt... - was der guten Laune aber keinen Abbruch tat.
Zufriedene Gesichter nach einem langem, anstrengendem Tag
Alle Teilnehmer waren sich nach einem langen anstrengenden Übungstag einig – das muss wiederholt werden.
Glückauf! Links zu diesem Artikel
» Weitere Fotos von der Übung
» Homepage THW OV Brilon
» Homepage des Kilianstollen
» Rettungshundegruppe SV OG Arnsberg
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Autor: k9-friend
Titel: Rettungshunde suchen im Kilianstollen
Erstellt: 04.02.2010
Letzte Änderung: 06.02.2010
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