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Einsatzberichte




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Nachtschicht auf Ewald



Großübung in Herten

Foto: Joachim BachmannDen einstigen Bergbaustandort hat sich das THW für eine Großübung ausgesucht. Angenommenes Großereignis: Eine Staubexplosion mit 40 Verletzten und 20 Toten. „Wir sind froh, dass uns der Besitzer des Gebäudes die Nutzung erlaubt hat und wir so den Einsatz ganz realistisch darstellen können”, erläutert Helmut Tittmann (69) vom THW Münster. „Tagelang haben unsere Leute den Ort präpariert und ein Pyrotechniker der Polizei hat für die realistischen Explosionen gesorgt.”

Damit auch die Verletzten einen möglichst echten Eindruck machen, ist das DRK aus Bad Bentheim angerückt. Tobias Kleine-Vennekarte hat extra einen Schminkkurs absolviert. „Die Glassplitter sind aus Plastik und die Metallteilchen sind abgschliffen, damit sich keiner der Darsteller selbst verletzt”, erläutert der 17-Jährige und träufelt noch ein wenig Kunstblut in die Wunde von Thomas Kochendorf (28), der sich für die Übung eine Nacht um die Ohren schlägt. „Das mache ich gerne, denn nur so ist man auf den Ernstfall wirklich vorbereitet.”

Opfer Andreas Plascher ist schon im Gebäude und probt schon schmerzverzerrte Gesichtsausdrücke für das Eintreffen der Helfer. Er hat einen abgtrennten Arm. Das sieht wirklich täuschend echt aus. „Das ist ein Plastikhandschuh”, erklärt er schnell und sinkt wieder zusammen. Er miemt schon seit sechs Jahren den Verletzten, eine solche Großübung hat er aber noch nicht erlebt. Die ersten Helfer haben inzwischen das Gebäude von außen taghell beleuchtet. Dann werden große Leitern angelehnt und betritt ein Vortrupp der THW Kräfte den Einsatzort.

Schiedsrichter halten sich im Hintergrund und beobachten den Ablauf der Übung. „Wir greifen nur dann ein, wenn die Unfallverhütungsvorschriften nicht eingehalten werden und unsere Leute in Gefahr sind”, erläutert Andreas Dauber (31). „Denn echte Verletzte können wir nicht gebrauchen!”

Ein von der Leitstelle angeforderter Bergungstrupp mit einem Spezialgerüst ist eingetroffen und beginnt sofort mit dem Aufbau einer Treppenkonstruktion. „Wir nehmen bei dem Szenario an, dass das Gebäude nur von außen betreten werden kann, um die Verletzten zu retten”, erläutert Beobachter Helmut Tittmann. „Wir protokollieren, wie die einzelnen Arbeitsgruppen gearbeitet haben. Danach können wir planen, was wir in unseren Ausbildungen noch besser machen können. Deshalb ist es auch eine reine THW-Übung, obwohl wir sonst mit den anderen Rettungskräften wie Feuerwehr und DRK im Einsatz wären.”

In dieser Nacht werden bei der angenommenen Staubexplosion auf der Zeche alle Kräfte aufgeboten, die bei einem solchen Fall betroffen sein könnten: Auch eine Hundestaffel, die Fachgruppe Ortung mit Wärmebildkamera und Mikrofonen sowie ein Seelsorgerteam ist dabei. Zur Versorgung der 450 Helfer, die bis in die Morgenstunden ihre Aufgaben abarbeiten, werden zwei Feldküchen aufgebaut. Die Ausgabe der Kartoffelsuppe des Essener Teams scheitert beinahe noch an einem kaputten Dosenöffner. „Doch Ersatz ist schon unterwegs”, beruhigt Sascha Hehnig (27) die ersten Helfer, die wegen einer warmen Mahlzeit anstehen.

Links zu diesem Artikel

» Artikel: www.thw.de

» Artikel: www.thw-nrw.de

» Quelle: WAZ - Joachim Bachmann

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Autor: maurice-arnold

Titel: Nachtschicht auf Ewald

Erstellt: 15.11.2009

Letzte Änderung: 20.11.2009

Maurice-arnold
Helfer  Männlich  Nordrhein-Westfalen  
Maurice-arnold
OV Herten
 
 








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